Mediation bei Stockwerkeigentum

20 Februar 2020

Wer sich dafür entscheidet, eine Stockwerkeigentumseinheit zu kaufen, tritt einer Solidargemeinschaft bei. Der Kauf einer Einheit vereint Wohneigentum, finanziell weitreichende Entscheidungen und das Zusammenleben auf relativ engem Raum, was in dieser Kombination durchaus Konfliktpotential mit sich bringen kann. Jedoch sind insbesondere Stockwerkeigentümer auf gute Beziehungen mit ihren Miteigentümern angewiesen, da sie sich nur schwer aus dem Weg gehen können. Wie aber weiter, falls sich die Stockwerkeigentümer in einer Angelegenheit zerstreiten?

Da im Stockwerkeigentum viele baulichen Massnahmen von der Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft abhängig sind, wird der einzelne Stockwerkeigentümer in seinem Handeln eingeschränkt. Zudem kann die Stockwerkeigentümergemeinschaft auch gegen den Willen eines einzelnen Stockwerkeigentümers grössere Investitionen beschliessen, an denen sich der jeweilige Stockwerkeigentümer im Verhältnis mit seiner Wertquote daran beteiligen muss. Aufgrund dieser Ausgangslage bilden daher die baulichen Massnahmen einen typischen Konfliktherd in Stockwerkeigentümergemeinschaften. Ein weiterer Konfliktherd besteht darin, dass auch die Zwangsgemeinschaft unterschiedlichster Persönlichkeiten zu Konflikten führen kann.

Die Möglichkeit des Prozessierens
Im Gesetz werden die gegenseitigen Ansprüche und Verpflichtungen der Stockwerkeigentümer relativ umfassend geregelt. Sollten Gespräche innerhalb der Stockwerkeigentümergemeinschaft zu keiner oder zu keiner befriedigenden Lösung führen, steht der Gang ans Gericht offen. Ein Gerichtsverfahren kostet jedoch viel Geld, Zeit und Nerven. Zudem führt ein Gerichtsverfahren in der Regel zu einer Verhärtung der Fronten, was das Zusammenleben zusätzlich erschweren kann.

Die Möglichkeit der Mediation
Die Mediation ist eine Alternative zum Gerichtsverfahren und ist ein aussergerichtliches Streitbeilegungsverfahren. Der Mediator hat im Gegensatz zum Richter keine Entscheidungsbefugnis. Er unterstützt die beteiligten Parteien lediglich darin, eine für alle Konfliktparteien zumutbare Vereinbarung bzw. Lösung zu treffen. Eine wichtige Aufgabe des Mediators ist es also, Konfliktmuster, welche mögliche Lösungen erschweren, aufzubrechen. Dadurch soll ein Verständnis für die andere Partei entstehen, was eine Lösung deutlich einfacher macht.

Fazit
Sowohl Gerichtsverfahren, als auch aussergerichtliche Streitbeilegungsverfahren wie Mediation, haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Weil Stockwerkeigentümer über ihr Eigentum miteinander verbunden bleiben, empfiehlt es sich für sie jedoch besonders, eine aussergerichtliche Lösung anzustreben.

Tipp
Bei beiden Verfahren empfiehlt es sich zu beachten, dass die entscheidungsbefugten Personen am Tisch sitzen. Es muss sichergestellt werden, dass die jeweiligen Stockwerkeigentümer befugt sind, im Namen der Gemeinschaft eine Vereinbarung abzuschliessen. Hierfür ist ein Beschluss der Gemeinschaft erforderlich.

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