Neuerungen ab 1.1.2017 und Steuerspartipps

26 Juli 2017

Begrenzung Fahrkostenabzug

Neu beträgt dieser bei den Kantons- und Gemeindesteuern Bern max. CHF 6‘700 und bei der Bundessteuer max. CHF 3‘000. Höhere geltend gemachte Beträge werden automatisch korrigiert. Steht dem Arbeitnehmer für seinen Arbeitsweg ein Geschäftsauto zur Verfügung, stellt der CHF 3‘000 überschreitende Betrag Lohneinkommen dar. Diese geldwerte Leistung (CHF 0.70 pro km) ist als Einkommen anzugseben. Derselbe Betrag kann bis zum erwähnten Maximalbetrag – wiederum als Fahrkosten abgezogen werden. Wird aus geschäftlichen Gründen ein Generalabonnement abgegeben, ist im Lohnausweis bei Feld F zu vermerken. Bei einer Abgabe ohne geschäftliche Notwendigkeit ist das GA als Gehaltsnebenleistung in Ziffer 2.3. des Lohnausweises zu erfassen. Diverse Kantone (u.a. Solothurn) haben sich über die Höhe des Maximalabzuges noch nicht festgelegt, es gilt nach wie vor die bisherige Praxis.

 

Neuer Abzug für Aus- und Weiterbildung

Neu abzugsberechtigt sind nicht nur die beruflichen Weiterbildungskosten, sondern auch die selbstgetragenen berufsorientierten Ausbildungskosten bis max. CHF 12‘000 pro Jahr. Bedingung: Bereits vorhandener Abschluss auf Sekundarstufe II, Lehrabschluss oder vollendetes 20. Altersjahr. Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten der berufsorientieren Aus- und Weiterbildung, erfolgt unabhängig von der Höhe der Kos-ten keine Aufrechnung zum steuerbaren Salär. Arbeitgeber haben solche  Beiträge nur dann auf dem Lohnausweis zu vermerken, wenn die Zahlung an den Arbeitnehmer geht oder wenn die Rechnungen auf den Arbeitnehmer  ausgestellt sind. Deshalb ist zu empfehlen, die Kosten durch den Arbeitgeber direkt an die Dritten zu vergüten und auch die Rechnung  auf den Arbeit-geber ausstellen zu lassen.

 

Höherer Abzug für Kinderdrittbetreuung

Der Abzug  wird gewährt für jedes Kind, für das ein Anspruch auf den Kinderabzug besteht, es im gleichen Haushalt lebt und das 14. Altersjahr noch nicht vollendet hat und die Fremdbetreuung infolge Erwerbstätigkeit, Krankheit, Unfall oder Invalidität des Steuerpflichtigen erfolgt. Der Abzug für nachgewiesene Kosten wurde um CHF 4‘900 erhöht und beträgt neu CHF 8‘000 (Kanton Solothurn max. 6‘000). Beim Bund beträgt der Abzug weiterhin CHF 10‘100.

 

Beiträge in die Säule 3a

Für erwerbstätige Personen mit einer PK beträgt der Maximalbetrag wie bis anhin max. CHF 6‘768. Ehepaare, sofern beide Teile erwerbstätig, dürfen unabhängig voneinander einzahlen. Arbeit nehmende und Selbständig erwerbende ohne PK können max. 20 %,  bzw. max. CHF 33‘840  des Einkommens einzahlen. Die Eröffnung mehrerer Säule 3a-Konnti erlaubt eine grössere Flexibilität beim Bezug der Guthaben (Steuerprogressionsvorteil). Besteuert werden die Kapitalauszahlungen zu einem privilegierten Steuersatz, unabhängig vom ordentlichen Einkommen. Die spätere tiefere Besteuerung ist beachtlich. Weitere Vorteile: Höhere Verzinsung und Steuerfreiheit der Zinserträge.

 

Einkauf in Pensionskasse

Einkäufe im Umfang der bestehenden Einkaufslücke, eine solche ist auf dem Vorsorgeausweis  ersichtlich oder kann bei der PK nachgefragt werden, sind jederzeit steuerlich abzugsfähig; es gilt jedoch eine darauf folgende dreijährige Sperrfrist für Kapital-bezüge. Vorgängig einem Einkauf sollten u.a. Abklärungen getroffen werden bezüglich Deckungsgrad der PK und Verzinsung des Einkaufes.

 

Renovations- und Unterhaltskosten von Liegenschaften

Der Pauschabzug bemisst sich nach dem Eigenmietwert und beträgt für Liegenschaften älter als 10 Jahre 20 % bzw. 10 % für jüngere. Für den Eigentümer/Nutzniesser besteht ein Wahlrecht. Er kann vom Pauschalabzug Gebrauch machen oder die effektiven „werterhaltenden“ Kosten in Abzug bringen. Dazu gehören u.a. auch Gebäudeversicherungsprämien, die objektmässige Liegenschaftssteuer, sowie in gewissem Umfang auch Gartenunterhalts-arbeiten durch Dritte. Achtung: Ein geschicktes steuerplanerisches „Ansparen“ von Unterhaltskosten kann zu einer steuerlichen Optimierung führen. Massgebend ist immer das Rechnungsdatum, Akontorechnungen ohne bereits erfolgte entsprechende Arbeitsausführung werden nicht berücksichtigt.

 

Vergütungs-, Verzugs- und Rückerstattungszinse

Der Kanton Bern hat die Regelung für die direkte Bundessteuer übernommen und den Zins für Vorauszahlungen im Jahr 2017 auf 0 % festgelegt. Der Zinssatz für Verzugs- und Rückerstattungszinse verbleibt weiterhin bei 3 %.

 

Teilweise neue Verjährungsregeln

Es gelten folgende Verjährungsfristen:

-            Verfahrenspflichtverletzung: 3 Jahre

-            Versuchte Steuerhinterziehung: 6 Jahre

-            Vollendete Steuerhinterziehung: 10 Jahre

-            Steuerbetrug: 15 Jahre

-            Bezugsverjährung (Bussen und Kosten): 5 Jahre (relativ) bzw. 10 Jahre (absolut)

 

Steuerlich anerkannte Zinssätze 2017 für Vorschüsse oder Darlehen an Beteiligte oder nahestehende Dritte

Die steuerlich anerkannten Zinssätze sind gegenüber 2016 unverändert. Diese sind unter www.estv.admin.ch -> Verrechnungssteuer/Zinssätze abrufbar.