Vereinfachtes Abrechnungsverfahren der AHV – Neuerungen per 1.1.2018

29 Januar 2018

Im Jahr 2008 wurde das vereinfachte Abrechnungsverfahren eingeführt, welches Arbeitgebern erlaubt, geringfügige Löhne mit einem Pauschalsatz von 5% bei allen Sozialversicherungen und auch bei den direkten Steuern, abzurechnen. Mit dem Bundesgesetzt zur Bekämpfung von Schwarzarbeit wollte der Gesetzgeber ursprünglich den sozialen Schutz von sogenannt geringfügig Erwerbstätigen (oft Reinigungs-, Überwachungs- oder Unterhaltsbereich von Privatwohnungen) verbessern. Durch administrativen Erleichterungen, wie Bsp. das vereinfachte Abrechnungsverfahren, sollten vor allem Arbeitgebende motiviert werden, den Abrechnungspflichten bei den Sozialversicherungen und Steuern nachzukommen. Die Pflicht für die Erstellung eines Lohnausweises entfällt in der Folge.

Der gute Gedanke dieses Abrechnungsverfahrens wurde allerdings in den letzten Jahren vermehrt missbrauch, indem viele Verwaltungsräte von Kleinstfirmen ihre VR – Honorare auf dieser Art abgerechnet haben. Dadurch unterlag das VR Honorar lediglich einer abschliessenden Besteuerung von 5%, was bei vielen Steuerverwaltungen für Unmut gesorgt hat.

Per 1.1.2018 wurde die Gesetzesformulierung geändert. Neu können Kapitalgesellschaften, Genossenschaften sowie Ehegatten und Kinder, die im eigenen Betrieb mitarbeiten, ihre Löhne nicht mehr mittels dem vereinfachten  Verfahren abrechnen. Für diese ist – unabhängig von der Lohnsumme – nur noch das ordentliche Verfahren anwendbar. Entsprechende Abrechnungskonten von den genannten Unternehmen wurden per 31.12.2017 geschlossen. Per 1.1.2018 erfolgt eine Umstellung auf das normale Abrechnungsverfahren mit der bisherigen AHV – Ausgleichskasse. In der Folge muss für solche Bezüge wieder einen Lohnausweis erstellt werden.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen die Verfasserin gerne zur Verfügung.

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