Inkraftsetzung des teilrevidierten Mehrwertsteuergesetzes auf den 1. Januar 2018

29 August 2017
as revidierte Mehrwertsteuergesetz soll wesentlich zum Abbau mehrwertsteuerbe-dingter Wettbewerbsnachteile inländischer Unternehmen beitragen. So ist neu für die obligatorische Steuerpflicht eines Unternehmens nicht mehr nur der Umsatz im Inland massgebend, sondern der Umsatz im In- und Ausland. Unternehmen, die weltweit einen Umsatz von mindestens 100‘000 Franken erzielen, werden demzufolge ab dem ersten Franken Umsatz in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig.
Auch sind unter anderem folgende weiteren Änderungen vorgesehen:
  • Für elektronische Zeitungen, Zeitschriften und Bücher gilt neu der reduzierte Steuersatz
  • Der fiktive Vorsteuerabzug ist neu auch beim Erwerb von Betriebsmitteln und ungebrauchten Waren möglich
  • Sammlerstücke wie Kunstgegenstände, Antiquitäten und dergleichen unterliegen neu der Margenbesteuerung. Daher ist der fiktive Vorsteuerabzug auf diesen Gegenständen nicht mehr möglich
  • Bezüglich der Lieferungen wird die Bezugsteuer neu nur noch auf Lieferungen unbeweglicher Gegenstände angewen-det
  • Stiftungen und Vereine, zu denen eine besonders enge wirtschaftliche, vertragliche oder personelle Beziehung besteht, gelten als eng verbundene Personen und es kommt der Drittpreisvergleich zur Anwendung. Vorsorgeeinrichtungen gelten nicht als eng verbundene Personen
Mit Ausnahme der Versandhandelsregelung werden die Anpassungen am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Da der Zeitraum zwischen der Verabschiedung und der Inkraftsetzung der Teilrevision sehr kurz ist, werden die vollständigen überarbeiteten Publikationen erst im Laufe des Jahres 2018 zur Verfü-gung stehen.
Ferner gilt zu beachten, dass die Anpassung der Steuersätze gestützt auf die Reform der Altersvorsorge 2020 nicht Gegenstand der vorliegenden Revision bildet. Da die Steu-ersätze in der Verfassung festgelegt sind, müssen Volk und Stände einer Änderung zustimmen; dies soll am 24. September 2017 im Zusammenhang mit dem Bundes-beschluss über die Zusatzfinanzierung der AHV geschehen.